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03.11.2017
VDI-Empfehlung für neue Bundesregierung
 

Mehr Klimaschutz nur mit schrittweisem Kohleausstieg möglich

VDI: Mehr Klimaschutz nur mit schrittweisem Kohleausstieg möglich (Bild: Thomas Ernsting / LAIF)

VDI: Mehr Klimaschutz nur mit schrittweisem Kohleausstieg möglich (Bild: Thomas Ernsting / LAIF)

Anlässlich der heute in Bonn beginnenden 23. Weltklimakonferenz und den Berliner Sondierungsgesprächen zu Energiethemen plädiert der VDI für eine deutliche Reduktion des Anteils fossiler Energieträger an der Stromerzeugung. „Die neue Bundesregierung sollte in den kommenden vier Jahren mit den Kraftwerksbetreibern zeitliche Perspektiven für den Strukturwandel in der konventionellen Stromerzeugung vereinbaren“, erklärt Professor Harald Bradke, Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt.
 

Die Bundesregierung will die Emission von Treibhausgasen bis 2050 zwischen 80 und 95 Prozent reduzieren. Aus Sicht des VDI wird dies nur gelingen, wenn mit dem Ausbau der regenerativen Energien der Einsatz konventioneller Kraftwerke weiter abnimmt. Der VDI empfiehlt der zukünftigen Bundesregierung daher, mit den Betreibern konventioneller Kraftwerke in dieser Legislaturperiode zeitliche Perspektiven für einen Strukturwandel zu vereinbaren. Nur so können verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die aus dem Strukturwandel resultierenden Folgen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten sozialverträglich zu gestalten. „Nur wenn wir jetzt den schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung sorgfältig planen, können wir ihn zukünftig sozialverträglich umsetzen und unsere Klimaschutzziele erreichen“, betont Energieexperte Bradke. 

Aufgrund der fluktuierenden Stromerzeugung durch Sonne und Wind müssen die für eine Übergangszeit noch erforderlichen konventionellen Kraftwerke schnell regelbar sein. Bestandskraftwerke neuerer Baujahre sind hierzu zum Teil in der Lage. Der Betrieb dieser 'Reservekraftwerke' muss für den Investor nach Auffassung des VDI trotz der niedrigen Betriebsstunden wirtschaftlich darstellbar sein. Diese disponible Leistung muss auf der Angebots- wie Nachfrageseite vergütet werden. Hierfür ist das Strommarktgesetz entsprechend zu novellieren.

Parallel dazu empfiehlt der VDI der Bundesregierung, sich für eine Verknappung der EU-Emissionszertifikate einzusetzen, um den Strukturwandel bei der Stromerzeugung zu unterstützen.

Fachlicher Ansprechpartner im VDI:

Christian Krause 

Leitung Büro Berlin

Tel: +49 30 275957-13

Fax +49 30 275957-10

E-Mail : krause_c@vdi.de 

 
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