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11.09.2017
Bundestagswahl 2017
 

VDI fragt Parteien zur Energiewende

Bundestagswahl 2017: VDI fragt Parteien zur Energiewende (Bild: Tim Reckmann / pixelio.de)

Bundestagswahl 2017: VDI fragt Parteien zur Energiewende (Bild: Tim Reckmann / pixelio.de)

Der VDI hat die Parteien, die wahrscheinlich in den nächsten Bundestag einziehen, zu Themen wie u.a. Forschungsförderung, Energiewende, Energieeffizienz von Gebäuden, Digitalisierung und technischer Bildung befragt. Bis auf die AfD haben alle Parteien unsere Fragen beantwortet. In den kommenden Tagen veröffentlichen wir in loser Folge die zusammengefassten Antworten der Parteien zu einigen Themen. Heute starten wir mit den Fragen und Antworten zur Energiewende.
 

Die Bundesregierung will die Emission von Treibhausgasen bis 2050 zwischen 80 und 95 Prozent reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen aus Sicht des VDI schon in der nächsten Legislaturperiode des Bundestags viele neue Leitlinien verabschiedet werden. Der VDI hat Parteien zur Marktintegration erneuerbarer Energien, dem Gebäudeenergiegesetz (GEG), zu zeitlichen Perspektiven für einen Strukturwandel in der konventionellen Stromerzeugung und zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) befragt. Die vollständigen Antworten der Parteien finden Sie in unserer Rubrik "Publikationen".

 

Unsere wichtigsten energiepolitischen Positionen aus unserer Stellungnahme „Empfehlungen für die 19. Legislaturperiode“ haben wir hier zusammengefasst.


Energiewende erfolgreich umsetzen

Eine der großen Herausforderungen bei der Umsetzung der Energiewende sehen wir in der optimalen Integration der hohen Anteile von Strom aus fluktuierendem Wind- und Solarstrom. Die Sektorenkopplung spielt daher eine wichtige Rolle für die Energiewende. Zur Erreichung des „Zwei-Grad-Ziels“ genügt es nicht, den Anteil fossiler Energieträger nur in der Stromerzeugung deutlich zu reduzieren. Auch im Wärmemarkt sowie im Verkehrssektor müssen deutliche Fortschritte erzielt werden.

 

Erneuerbare Energien - Stromwende

Das bisherige Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) hat es ermöglicht, den Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung auf das heutige Niveau zu heben. In den kommenden Jahren muss die Marktintegration der Erneuerbaren jedoch weiter forciert werden, bis sie sich ohne Unterstützung im Markt behaupten können. Der VDI empfiehlt darüber hinaus eine teilweise Zuordnung der EEG-Umlage auf den Verkehrs- und den Wärmesektor, um die Sektorenkopplung zu fördern.

 

Erneuerbare Energien – Wärmewende

Wir sprechen uns für eine bessere Vernetzung des Wärme-, Strom- und Mobilitätsmarkts aus. Dies muss die Politik regulatorisch und durch legislative Maßnahmen unterstützen. Da der Wärme-/Kältemarkt technisch komplex und sehr vielfältig ist, müssen die regulatorischen Maßnahmen ebenfalls entsprechend differenziert und an die Marktsegmente angepasst ausfallen. Der VDI bedauert, dass sich die Politik vorerst nicht auf eine Vereinheitlichung und Neustrukturierung des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG), der Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) durch die Zusammenführung in ein Gebäudeenergiegesetz (GEG) einigen konnte.


Konventionelle Kraftwerke

Der VDI hält es für wichtig, dass die Bundesregierung mit den Betreibern konventioneller Kraftwerke schon in der kommenden Legislaturperiode zeitliche Perspektiven für einen Strukturwandel vereinbart. Nur so können aus unserer Sicht verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die aus dem Strukturwandel resultierenden sozialen Folgen sozialverträglich zu gestalten. Parallel dazu empfehlen wir der Bundesregierung, sich für eine Verknappung der EU-Emissionszertifikate einzusetzen.


Kraft-Wärme-Kopplung

Kraft-Wärme-Kopplung KWK kann einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung leisten. Aktuell wird KWK allerdings noch überwiegend wärmegeführt betrieben. Mit dem zunehmenden Ausbau der erneuerbarer Energien wird die Flexibilität der Anlagen stärker gefordert. Damit einher geht der Zubau größerer Leistungen und adäquater Wärmespeicher. Somit ist eine stärkere zeitliche Entkopplung von Strom- und Wärmeverbrauch möglich und die Anlagen können stromorientierter gefahren werden. Dafür ist die aktuelle KWK-Förderung jedoch nicht geeignet und sollte aus unserer Sicht entsprechend angepasst werden.

 

Energieeffizienz und Lastflexibilisierung in der Industrie

Fast ein Drittel der Endenergie und ungefähr die Hälfte des Stroms wird von der Industrie benötigt. Die Steigerung der Energieeffizienz ist somit ein wichtiger Hebel, um die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe zu erhöhen. Vor allem bei den oftmals wenig beachteten Neben- und Hilfsaggregaten existieren noch viele rentable Einsparpotenziale. Die Verbände der deutschen Wirtschaft haben durch die Initiierung von Energieeffizienznetzwerken bereits erste Erfolge erzielt. Diese gilt es nun zu verstetigen, indem z. B. einfache und niederschwellige Förderprogramme ausgebaut und die Qualifizierung der Energieberater erhöht werden.

 

Ihr Ansprechpartner im VDI:

Christian Krause, Public Affairs und Kommunikation

Leitung VDI-Büro Berlin

Telefon: +49 30 2759 5713

E-Mail: krause_c@vdi.de  

 
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